2015-01-09 Gedenkstätte Ahlem_2399_Wilbricht

Gedenkstätte Ahlem – Neugestaltung zwischen Gartenbau und Gestapo-Keller

Frisch zurück aus der Weihnachtspause, nutzten wir in der ersten Januarwoche die Gelegenheit, die neu konzipierte Gedenkstätte Ahlem in Hannover zu besuchen. Dort wurden wir von den Kolleg_innen mit Kaffee, Keksen und jeder Menge großartigem Input erwartet.

Die Gedenkstättenleiterin Stefanie Burmeister und Ihr Team nahmen sich viel Zeit, um von ihren Erfahrungen und Herausforderungen rund um die Neugestaltung der Ausstellung zu berichten. Da uns mit dem Um- und Rückbau des Hinrichtungsgebäudes und der Gemeinschaftszellen als historische Orte ähnliche Aufgaben ins Haus stehen, wie der Gedenkstätte Ahlem mit der Sanierung des Direktorenhauses, war der Bedarf an Rückfragen unsererseits groß. Martina Scheitenberger vom Gestaltungsbüro ikon aus Hannover begeleitete uns beim Gang durch die Ausstellung.

Sichtbarmachung der originale Wandbemalung im Treppenhaus des ehemaligen Direktorengebäudes. Foto: Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel/ Stefan Wilbricht.

Sichtbarmachung der originale Wandbemalung im Treppenhaus des ehemaligen Direktorengebäudes. Foto: Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel/ Stefan Wilbricht.

Auch die Medienkonzeption war für unser pädagogisches Team von riesigem Interesse. Der Einsatz von Medientischen und Tablets in Verbindung mit konventionellen Ausstellungsträgern und Bildungsmaterialien weckte unsere Aufmerksamkeit und lieferte eine Menge Anregungen.

Shaun Hermel, Mitarbeiter der Gedenkstätte Ahlem, führt uns in den Medientisch ein.

Shaun Hermel, Mitarbeiter der Gedenkstätte Ahlem, zeigt uns den dortigen Medientisch, Foto: Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel/ Astrid Homann.

Die Gedenkstätte Ahlem erinnert an den Ort der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule, in der seit 1893 jüdische Mädchen und Jungen in Gartenbau und Handwerksberufen ausgebildet wurden. Sie ist damit ein Ort jüdischer Kultur und Emanzipation. Seit 1941 wurde das Schulgebäude jedoch zum Ort für nationalsozialistische Verfolgung. In der ehemaligen Gartenbauschule wurde eine Sammelstelle für die Deportationen jüdischer Bürger eingerichtet. Ab 1943 nutzten die Nationalsozialisten die ehemalige Schule als Gefängnis für Zwangsarbeiter, politische Häftlinge sowie Sinti und Roma, in dem Mord und Folter zum grausamen Alltag gehörten. Die Gedenkstätte trägt in ihrer Vermittlungsarbeit der doppelten historischen Bedeutung dieses Ortes Rechnung.

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