Der Historiker Christoph Bitterberg beim 5. Gedenkstättenforum in Wolfenbüttel.

Der Historiker Christoph Bitterberg zu Besuch in Wolfenbüttel

Im Vortrag zu Strafvollzug im Nationalsozialismus stellte der Hamburger Historiker Christoph Bitterberg am Beispiel der Haftanstalten Wolfenbüttel und Hamburg-Fuhlsbüttel seine neuesten Forschungsergebnisse vor. Er zeigte die Veränderungen im Strafvollzug von der Weimarer Republik zum und während des Nationalsozialismus auf.

Versuchte der Strafvollzug der Weimarer Republik noch erzieherisch auf die Gefangenen einzuwirken und damit weiteren Straftaten vorbeugend entgegen zu wirken, so zeigt sich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten eine Verschärfung des Strafvollzuges, in der das Moment der Abschreckung in den Vordergrund trat. Mit der Konsolidierung der nationalsozialistischen Herrschaft fanden vermehrt rassische bzw. rassenhygiensche Überlegungen Einzug den Strafvollzug. Mit Beginn und Fortlauf des Krieges kam es zu einem Anstieg der Todeszahlen in den Haftanstalten Wolfenbüttel und Hamburg-Fuhlsbüttel. Der Haftalltag war für die Gefangenen geprägt durch lange Arbeitszeiten und eine schlechte Ernährungslage.

In seiner Zusammenfassung wies Christoph Bitterberg abschließend darauf hin, dass man von dem Strafvollzug im Nationalsozialismus allerdings nicht sprechen kann. Vielmehr hatten die Strafanstalten trotz des hierarchischen Systems durchaus Handlungsspielräume, was sich daran zeigt, dass Anweisungen aus dem Reichsjustizministerium oftmals ganz unterschiedlich umgesetzt wurden.

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