Simone Trieder

Buchvorstellung „Zelle Nr. 18“

Mit der Lesung des Buches „Zelle Nr. 18 – Eine Geschichte von Mut und Freundschaft“ wurde am 2. August die Sonderausstellung „Was damals Recht war…“ in der Kommisse Wolfenbüttel abgeschlossen. Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Simone Trieder und der Historiker Lars Skowronski stellten ihr 2014 erschienenes Buch, sowie die Entstehungsgeschichte dahinter vor.

Im Spätsommer 1943 warteten in der Zelle Nr. 18 der Haftanstalt Berlin-Moabit drei polnische Widerstandkämpferinnen Krystyna Wituska (23), Maria Kacprzyk (21) und Lena Dobrzycka (21) auf die Vollstreckung ihrer Strafen. Vom Reichskriegsgericht wegen Spionage verurteilt, drohte ihnen der Abtransport in ein Straflager oder die Hinrichtung. Mit Hilfe ihrer Mutter, die zwangsverpflichtet in Moabit als Bewacherin arbeitete, begann die 16-jährige Helga Grimpe einen heimlichen, sehr persönlichen Briefkontakt zu den drei jungen Frauen.

Anhand von Briefen der inhaftierten Frauen, die Helga Grimpe in ihrem so genannten »Kleeblatt-Album« aufbewahrte, und in Gesprächen mit der überlebenden Maria Kacprzyk haben Simone Trieder und Lars Skowronski die Lebensgeschichten der vier Frauen rekonstruiert. Über Kontakte zu Angehörigen und durch die Recherche von weiteren Quellen wie Gerichtsurteile, Fotos und Briefe entstand dieses eindrucksvolle Zeugnis einer außergewöhnlichen Freundschaft.

Die Schriftstellerin Simone Trieder arbeitete viele Jahre als Regieassistentin an verschiedenen Theatern und ist seit 1992 als freiberufliche Autorin tätig. Der Historiker Lars Skowronski war Kurator mehrerer Ausstellungen zum Thema NS-Militärjustiz, unter anderem für die Dauerausstellung der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle und der Sonderausstellung „Was damals Recht war…“. Derzeit unterstützt er mit seiner Expertise die Neugestaltung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel.

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